Montag, 12. Juli 2010

MV Oberhausen

Konzertpremiere für das Orchester mit Simon Huck.
Der 27-jährige Offenburger ist seit zwei Monaten Dirigent beim Musikverein Oberhausen (siehe auch nebenstehendes Interview). Nervös ist er vor nicht: "Ich hoffe einfach, dass die Musiker bei diesen Temperaturen durchhalten.", sagt er schmunzelnd. Man spürt: Die Beziehung zwischen Dirigent und Musikern stimmt.
Obwohl die meisten der Gäste den Sonnenuntergang herbeisehnen beginnen die Musiker mit dem stimmungsvollen "Die Sonne geht auf" ihr Konzert. "Das war richtig schön gespielt", lautet das erste Fazit einer Zuhörerin. Sonne, Liebe und Tanz ist das Motto des letzten Programmpunkts, der Musikverein spielt "Mac Arthur Park" und Melodien aus der "Westside Story". Drums und Percussion treiben das Orchester voran, feurige "Mambo"-Rufe verleihen das nötige Temperament. Beim anschließenden Simon & Garfunkel-Medley zeigt das Orchester Gefühl. Mit vollem Körpereinsatz und starker Mimik kitzelt Simon Huck ein druckvolles Forte aus seinen Musikern heraus, bevor der Klang im nächsten Moment wieder zum sanft wiegenden Piano abfällt. Der Trompetensatz prescht in "Mrs. Robinson" voran und bei "Sound of Silence" kommt fast ein wenig Gänsehaut-Feeling auf – obwohl die Temperatur noch immer jenseits der 30 Grad liegt.
Simon Huck wischt sich mit einem Handtuch den Schweiß aus dem Gesicht bevor er mit seinen Musikern die letzten Stücke in Angriff nimmt. Es wird traditioneller, beim "Euro Marsch" und der "Sorgenbrecher Polka" kommen die Älteren im Publikum voll auf ihre Kosten. Währenddessen beginnt parallel das Spiel um Platz 3, Deutschland gegen Uruguay und pünktlich zum letzten Ton von "Matrimony" brandet Jubel auf – einerseits sicherlich wegen des tollen Musikstücks, doch vielmehr, weil Thomas Müller Deutschland gerade mit 1:0 in Führung geschossen hat. Viele bewegen sich nun in Richtung Leinwand, die Musiker geben noch einige Stücke zum Besten – Public Listening geht fließend in Public Viewing über.   

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